Gott öffnet den Himmel

Gott öffnet den Himmel in meinem Herzen,

erfüllt mich mit Glück und Freude,

durchflutet mich mit Licht und Farbe,

durchströmt mich mit Freiheit und Liebe.

Gott öffnet den Himmel in meinem Herzen.

Gott öffnet den Himmel in meinen Gedanken,

dass ich denke die Worte der Güte,

die Sätze der Gnade,

die Geschichte der Liebe.

Gott öffnet den Himmel in meinem Herzen.

Gott öffnet den Himmel in meinen Augen.,

dass sie leuchten mit dem Licht seiner Freude,

strahlen von der Kraft seiner Freiheit,

glänzen von seiner Liebe.

Gott öffnet den Himmel in meinen Augen.

Gott öffnet den Himmel in meinem Mund,

damit ich meinen Glauben bekenne,

von der Hoffnung rede, die Gott gibt,

von der Liebe singe, mit der uns Gott beschenkt.

Gott öffnet den Himmel in meinem Mund.

Gott öffnet den Himmel in meinen Händen,

dass sie stark sind im Teilen und Helfen,

dass sie sanft sind im Verbinden und Verzeihen,

dass sie offen sind zum Frieden und zur Liebe.

Gott öffnet den Himmel in meinen Händen.

Gott öffnet den Himmel unter uns

durch mein Leben

durch meinen Glauben

durch mein Lieben.

Amen

Möglichkeiten, den Advent zu verbringen

Jetzt nähert er sich langsam an, der Advent und ich beginne mir zu überlegen, was ich heuer tun werde. Vor ein paar Jahren bin ich auf die Idee gekommen, den Advent bewusst zu verbringen. Und seitdem mache ich jedes Jahr was anderes, außer voriges Jahr, da war ich schwanger und das ausschließlich. ;) Was ich heuer tun werde, weiß ich noch nicht so genau, ich habe jedenfalls zwei Büchlein herausgesucht, die ich zum Thema habe, und möchte es mit Euch teilen.

Zum einen „Bei sich selber zu Hause sein“, ein Büchlein von Pierre Stutz mit Texten zu jedem Tag, vom 1. Dezember bis zum 6. Jänner. Und zum anderen, vom selben Autor, den Eschbacher Adventskalender „Geh deinen inneren Weg“ Er enthält Texte und Bilder vom selben Zeitraum. Beide erhältlich beim amazon.

 

 

Jesus spricht: Ihr sollt nicht kommen,…

Ihr sollt nicht kommen,

dem Trott der Gewohnheit folgend,

der Zwang der Verhältnisse dienend,

dem Druck des Gebotes gebeugt:

ohne Wunsch, ohne Willen, ohne Freiheit, ohne Freude.

Mit der Liebe, die nichts für sich behält, lade ich euch ein.

Als Bruder, als Freund, als der, dem ihr alles bringen dürft,

was euch freut, was euch quält, was euch ängstigt, was euch zornig macht,

warte ich auf euch.

Als der, der eure Hingabe fordert, euren Einsatz verlangt, euer Ja zum Menschen will,

rufe ich euch her.

Damit ihr gesättigt sättigen könnt.

Damit ihr getröstet Trost verschenkt.

Damit ihr geliebt zu Liebenden werdet!

Du Schöpferin des Lebens

als dein Ebenbild hast du uns berufen, in vielfältiger Weise schöpferisch und fruchtbar zu sein.

Als Menschenfrauen sind wir eingebunden in den Zyklus des Sterbens und Neuwerdens.

So bitten wir dich um deinen Segen in allen Zeiten der Veränderung:

Dein Segen umhülle leuchtend unsere Anfänge.

Dein Segen berge behutsam unsere Abschiede.

Amen

Dein Segen lasse wachsen, was wir hervorbringen.

Dein Segen nehme auf, was sterben will.

Amen

Dein Segen begleite zärtlich Menschen, die uns wichtig sind.

Dein Segen berühre tröstend, wenn es gilt, loszulassen.

In dir sind geborgen alle Zeiten unseres Lebens.

Amen.

(Doris Gabriel)

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wie ein Baum

Ich wünsche dir, dass du wirst wie ein Baum,

der sich aufrichtet und dem Himmel öffnet,

der in des Geistes Weite Orientierung finden kann.

Ich wünsche dir, dass du wirst wie ein Baum,

der sich dem Jahrezeitenwechsel seines Lebens nicht entzieht,

der blüht und Frucht bringt und auch nach Wintereinsamkeit wieder neue Knospen treibt.

Es segne und begleite dich dabei Gott,

Quelle und Ziel unseres Lebens.

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Ein Gebet

Das Gebet, das ich gleich anhänge, beschäftigt mich zu Zeit sehr, vor allem (noch) der erste Absatz. Wie ich gerade sehe, hatten wir diesen Text schon, ganz am Anfang, als wir den Blog eingerichtet haben. :) Ok, also sag ich noch was ich mir dazu denke, dann gilt das ;) Ich denke darüber nach, wo Gott da war und mich berührt hat, im „Dunkel meiner Vergangenheit“ und ich kann mich an viele Momente erinnern, in denen ich gute Gedanken hatte, die mir Kraft gegeben haben. Das „Ungewisse meiner Zukunft“… Wenn ich diesen tollen Text auf mich wirken lasse, fällt es fast leicht, Vertrauen zu haben, dass ich auch begleitet sein werde, in den Teilen meiner Zukunft, die mir besonders ungewiss erscheinen und damit Angst machen. Sehr gefällt mir ein Gedanke, den ich geschenkt bekommen habe: Gott ist nicht nur eine Art Instanz, die mir hilft immer wieder auf den Weg zu finden, sondern er/sie ist auch mit mir in meinem Tun oder Sein. Wenn ich leide, leidet Gott mit mir, wenn ich glücklich bin, ist Gott mit mir glücklich, wenn ich verwirrt bin, ist Gott mit mir verwirrt. Das gefällt mir. Das macht mir Gott gerade sehr sympathisch. ;)

Vor zwei Wochen habe ich mich damit beschäftigt, wie Gott wohl ist, wenn die Menschen als sein Abbild geschaffen wurden… Welche der Dinge, die Menschen tun oder sind, verweisen auf Gott? Und da bin ich auf das „Ich bin da“ gestoßen. Menschen sind meist nicht so bedingungslos, aber ich glaube, das ist auch nicht notwendig (als Mensch). Wir sind Gott ja nur ähnlich geschaffen und nicht gleich. Wir brauchen also nicht perfekt zu sein. Ich finde es klasse, wenn jemand da ist für mich und ich mag auch gern für andere da sein. Ich finde diese Zusage Gottes großartig.

So und nun das Gebet:

.

In das Dunkel Deiner Vergangenheit

und in das Ungewisse Deiner Zukunft,

in den Segen Deines Helfens

und in das Elend Deiner Ohnmacht

lege ich meine Zusage:

ICH BIN DA!

.

In das Spiel Deiner Gefühle

und in den Ernst Deiner Gedanken,

in den Reichtum Deines Schweigens

und in die Armut Deiner Sprache

lege ich meine Zusage:
ICH BIN DA!

.

In die Fülle Deiner Aufgaben

und in die Leere Deiner Geschäftigkeit,

in die Vielzahl Deiner Fähigkeiten

und in die Grenzen Deiner Begabung

olege ich meine Zusage:
ICH BIN DA!

.

In das Gelingen Deiner Gespräche

und in die Langeweile Deines Betens

in die Freude Deines Erfolges

und in den Schmerz Deines Versagens

lege ich meine Zusage:

ICH BIN DA!

.

In die Enge Deines Alltags

un in die Weite Deiner Träume

in die Schwäche Deines Verstandes

und in die Kräfte Deines Herzens

lege ich meine Zusage:
ICH BIN DA!

(Verfasser unbekannt)

friedlich gestorben

Vor ein paar Wochen habe ich hier das langsame und mühsame Sterben einer Bekannten beklagt, es war schwer, sie so leiden zu sehen und nichts tun zu können.

Sie ist gestern gestorben, friedlich und leicht.

Es ist gut so. Es war schwer, sie in ihrem Leiden zu sehen, und es ist gut, sie erlöst zu wissen. Es war gut, sie zu begleiten, und es war gut, sie in den Tod loslassen zu können.

Ich verabschiede mich von ihr, wir alle, die wir sie gekannt haben, tun das.

Zündet eine Kerze an für sie, bitte, und lasst es mich wissen! Ich freu mich darüber.

Danke sehr!

Möge sie in Frieden ruhen!

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Erntedank

Guter Gott, am Anfang unseres Gottesdienstes bringen wir alles vor dich, was uns von der Fülle des Lebens trennt:

- Wir bringen vor dich alles Dunkle, Traurige und was uns Angst macht. Erbarme dich!

- Wir bringen vor dich alles, was brach liegt, unsere ungenutzten Fähigkeiten. Erbarme dich!

- Wir bringen vor dich alles Kleine, Schwache, alles, was verletzlich ist. Erbarme dich!

Gott,

du bist die Quelle unseres Lebens.

Du schenkst uns das Feuer, das uns wärmt in der Kälte und uns Licht gibt im Dunkeln

Du schenkst uns das Wasser, das die Pflanzen sprießen lässt und den Durst stillt.

Du schenkst uns die Luft – Atem des Lebens. Sie durchdringt uns und lässt uns tanzen und singen.

Wir danken dir für die Fülle des Lebens!

Gott, du bist die Quelle allen Lebens. Du schenkst uns, was wir zum Leben brauchen. So bringen wir vor dich unsere Bitten:

- Wir bitten um dein Licht für alle Menschen, die einsam oder krank sind oder die im Streit miteinander leben, deren Leben dunkel und schwer ist. Gott, schenk du ihnen Leben in Fülle!

- Wir bitten um deine Kraft zum Wachsen, wenn wir mutlos sind oder sogar Angst haben oder uns selbst nichts zutrauen. Gott, schenke du uns Leben in Fülle!

- Wir bitten dich um Nahrung für alle, die nicht genug zum Leben haben oder unter der Ausbeutung deiner Schöpfung leben. Gott, schenke du ihnen Leben in Fülle!

- Wir bitten um deine Liebe für unsere Gemeinschaft, damit wir durch dich gestärkt unser Leben und unseren Glauben miteinander teilen. Gott, schenke du uns Leben in Fülle!

Amen

Mk 7, 31-37: ohne Worte

Ich habe schon vor ein paar Wochen über diese Stelle geschrieben, und sie lässt mich gerade nicht los. Ich habe damals geschrieben:

Das geht mir auch oft so: ich kann nicht reden, ich habe keine Worte, ich fühle mich so verloren, dass ich nicht einmal um Hilfe bitten kann. Da tut es mir gut, wenn Gott das versteht und nichts von mir verlangt. Einfach da ist, mich auf die Seite nimmt und heilt. Gott will von mir, dass ich mein Mögliches tue, aber Gott sieht und versteht auch, dass manchmal gar nichts geht. Da ist mir diese Stelle ein Trost: Gott heilt auch, wenn ich nicht einmal darum bitten kann.

So ist es. Ich kann es für mich immer wieder so erleben: Gott kommt mir auch entgegen, wenn ich keine Worte finde. Es ist so schwer zu glauben, dass Gott mich auch sucht, wenn ich mich nicht finden lassen will, dass Menschen nach mir suchen, wenn sie mich vermissen – dass ich nicht total alleine bin. Und dass das, was Gottesvielklang als „zweite innere Stimme“ beschreibt, mich auch dann nicht verlässt, wenn ich sie kaum wahrnehmen kann.

Es tut gut, das zu glauben. So schwer es zu glauben ist, so schwer es auszuhalten ist.

Es tut gut, sich nicht ganz alleine zu fühlen, gerade in Zeiten, in denen ich keine Worte finde!

Zu mir kommen

Momentan ist es sehr dicht. Das Baby Tag und Nacht in einer Phase, deren Ende nicht abzusehen ist, eine Arbeit in der Fertigstellung, was mir viel Kraft verlangt, und ich, die ich versuche das zu bewältigen ohne mich zu lange zu verlieren. Also habe ich mich heute für die Badewanne entschieden und eine Ausgabe der Zeitschrift Ferment mitgenommen. Die Ausgabe, wo es um Kirchenglocken geht (4/2009). Ich liebe Kirchenglocken, weil sie mich oft aus meinen Gedanken reißen und ins Hier und Jetzt zurückholen.

Im Ferment las ich ein Gedichtvon Almut Haneberg, und ein Absatz sprach mich besonders an:

„nimm dir die Freiheit

nur zu atmen

und zu sein

zu spüren

wen du liebst

und was dir wertvoll ist“

Was für eine schöne Einladung! Ich habe meiner zweiten inneren Stimme, über die ich weiter unten geschrieben habe, zugehört, und ein neues inneres Bild ist entstanden von meiner Familie, von den Plätzen, die in meinem Herzen zu besetzen sind, von Freundinnen, alten und neuen, von meiner Liebe nicht nur zu Menschen, sondern auch zu Tätigkeiten, Dingen, Orten und Tieren.

Die Zeit für mich allein mag sehr knapp sein, ich mag müde sein, manchmal entnervt. Aber ich bin so dankbar dafür. Ich habe ein Daheim, in dem ich aufgehoben bin, ein goldiges Kind, dessen Lachen mein Herz immer wieder öffnet, Menschen, die gerne mit mir zusammen sind und ich mit ihnen. Ich habe Interessen, mein Herz schlägt für etwas. Ich bin reich.